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Turmsegler

2001-09-19: NeuroStrategy bewährt sich in extremer Marktsituation

Angesichts des unvorstellbaren Leids, das die Terroranschläge in New York und Washington D. C. verursacht haben, fallen nüchterne Analysen zum derzeitigen Geschehen an den internationalen Börsen nicht leicht. Dennoch haben wir seit dem 11. September mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln die Bewegungen der Märkte im Anschluss an diese Katastrophe beobachtet und umfassend analysiert.

Ein Ereignis wie die Terroranschläge in den USA kann selbstverständlich von keinem Softwaresystem vorausgesehen werden. Auch die zum Teil hochemotionalen Reaktionen der Anleger im Anschluss an ein solches Ereignis stellen ein Analysesystem wie NeuroStrategy vor ein komplexes Problem.

Am 11. September haben wir unseren Kunden empfohlen, den Handel auf Basis der NeuroStrategy-Modelle vorerst auszusetzen, bis ausreichend Erkenntnisse über die Reaktion des Systems in einem solchen Extremfall vorliegen. Nach nur 10 Tagen sehen wir nun nicht ohne Stolz, dass NeuroStrategy sich bereits an die veränderten Gegebenheiten adaptiert hat. So hat beispielsweise das DAX-Portfolio seit dem 11. September 6.5% erwirtschaftet und rangiert so mit 23.4% über dem Markt1. Die von NeuroStrategy erlernten Mechanismen der Anpassungsfähigkeit und des Risiko-Managements konnten auch und gerade in dieser extremen Marktsituation überzeugen.

Detaillierte Analyse

Auf den plötzlichen Einbruch der Märkte am 11. und 12. September reagierte NeuroStrategy mit klaren Signalen, in etwa 80% aller in den Portfolios enthaltenen Werten mit deutlichen Short-Empfehlungen. Während einige Positionen in den Portfolios bis zu 26% Verluste hinnehmen mussten, überstanden die Portfolios die ersten Tage mit einem durchschnittlichen Verlust zwischen 2% und 5% und lagen damit deutlich über dem Markt1. Portfolios mit Werten aus dem Versicherungsbereich profitierten dabei von bereits mehrere Tage zuvor eingenommenen moderaten Short-Positionen. Die unerwartet starken Einbrüche wirkten sich somit eher positiv auf die Performance der betroffenen Portfolios aus.

Diese Beobachtungen an den nicht-amerikanischen Portfolios bestätigen sich auch für die amerikanischen Märkte der letzten zwei Tage. So verliert beispielsweise das für registrierte Kunden des NeuroStrategy Web-Zugangs zugängliche US-Portfolio mit 40 Titeln aus Dow Jones, NASDAQ100 und S&P500 insgesamt 4.8% und liegt damit 8.3% über dem Markt1. Den stärksten Verlusten in diesem Portfolio (HP mit -26% und Boeing mit -20%) stehen Gewinne im Bereich 36% (AOL Time Warner), 11.5% (JP Morgan Chase & Co.), 7.2% (AT&T) bis hin zu 2.3% (Exxon Mobil) gegenüber.

Während Gewinne und Verluste in den ersten zwei bis drei Tagen nach einem solchen Ereignis zu einem grossen Teil dem Zufall geschuldet sind (Einschätzung des Marktes bzw. Titels vor der Katastrophe), sollte NeuroStrategy mittelfristig (innerhalb ein bis zwei Wochen) in der Lage sein, sich an die veränderte Situation anzupassen, also beispielsweise ein völlig verändertes Risiko-Niveau in den Strategieempfehlungen zu berücksichtigen.

Eine Analyse des mittelfristigen Verhaltens für die amerikanischen Märkte liegt derzeit noch nicht vor, wohl aber für die ausseramerikanischen Börsen, die in der vergangenen Woche bereits bei geschlossener Wall Street ihren Weg finden mussten. Die folgende Übersicht zeigt unkommentiert, wie NeuroStrategy sich in der komplexen Situation seit dem 10. September 2001 bewährt hat. Klicken Sie auf das Portfolio-Symbol, wenn Sie die detaillierte Aufstellung nach Titeln betrachten möchten.

Portfolio Returns Performance Sharpe Ratio
IVX:DAX 6.94% 25.57% 2.43
IVX:JAPAN 1.03% 11.78% 1.40
IVX:NEMAX 3.86% 18.91% 0.58
IVX:SMI 3.00% 20.93% 0.35

Erweitertes Risiko-Management

Phasen erhöhter Unsicherheit und Volatilität haben zur Folge, dass bei allen Chancen solcher Situationen auch das Risiko steigt. Wir unternehmen derzeit grösste Anstrengungen, unseren Kunden für speziell solche Marktsituationen zusätzliche Hilfsmittel an die Hand zu geben, die diesem erhöhten Risiko entgegenwirken können.

Mit der Ivorix Confidence Ratio (ICR) werden alle Strategie-Modelle in Kürze ein einfach zu interpretierendes Mass für das Risiko-Verhalten des Modells ausgeben. Die ICR ist eine Zahl zwischen 0 und 1 und spiegelt die Verlässlichkeit der Strategieempfehlungen der jüngeren Vergangenheit wieder. Je höher die ICR eines Strategie-Modells ausfällt, desto risikoärmer agiert das Modell. Die ICR kann somit als zusätzlicher Gewichtungsfaktor für die Strategieempfehlungen verwendet werden.

Fazit

Für die ausseramerikanischen Märkte empfehlen wir nunmehr, den NeuroStrategy-Handel wieder aufzunehmen. Da die unsicheren politischen Verhältnisse und die verzögerten Reaktionen der amerikanischen Börsen erneut für erhöhtes Risiko sorgen, empfehlen wir moderate Volumen in Titeln, deren Strategie-Modelle in den letzten 10 Tagen ihre schnelle Anpassungsfähigkeit unter Beweis gestellt haben. Modelle für Titel an amerikanischen Börsen sollten in der kommenden Woche noch beobachtet werden, bevor sie wieder operativ eingesetzt werden.

Updates der NeuroStrategy Finance Workstation sowie des NeuroStrategy Intranet Servers, die eine Einbeziehung der Ivorix Confidence Ratio in die Handelsstrategien ermöglichen, werden binnen kurzer Frist verfügbar sein. Eine Publizierung der entsprechenden ICR-Werte wird auf dem Ivorix NeuroStrategy Server so bald wie möglich erfolgen.

Mit freundlichen Grüssen
Benjamin Stein/Jens-Christian Fischer
Geschäftsführung Ivorix GmbH

1 - Die relative Performance eines NeuroStrategy-Portfolios wird berechnet als Differenz der durchschnittlichen Rendite des Portfolios und der durchschnittlichen Performance der im Portfolio enthaltenen Assets. Die Titel sind innerhalb der Portfolios nicht gewichtet. "Über dem Markt" ist demnach zu lesen als: über der Buy-Hold-Performance der im Portfolio enthaltenen Titel.

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