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NeuroStrategy gibt die strategischen Handelsempfehlungen in zwei unterschiedlichen Modi: Offline bzw. Online. Im Offline-Modus wird die Strategieempfehlung auf Basis des letzten bekannten Schlusskurses ermittelt. Daher bezeichnen wir diesen Modus auch als EOD-Modus (End-of-Day). Im Online-Modus hingegen gibt NeuroStrategy die Empfehlung auf Basis des letzten bekannten Intraday-Ticks. Entsprechend stehen diese Signale nur während der Handelszeiten des entsprechenden Börsenplatzes zur Verfügung.
Für den Benutzer scheint es nun naheliegend, während der regulären Handelsszeiten auf die Intraday-Signale (Online) zurückzugreifen. Ein solches Vorgehen ist jedoch problematisch, wie Bild 1 zeigt. NeuroStrategy operiert auf dem Zeithorizont eines Handelstages. Für einen solchen Handelstag stehen für die Analysen lediglich vier Datenpunkte zur Verfügung (Open, High, Low, Close). Aus diesen vier Datenpunkten werden diverse Zeitreihen und Indikatoren für die Analyse modelliert und ausgewertet. Man könnte daher sagen, das System "sieht" lediglich einen Bar pro Tag, wie er beispielsweise in den Signal-Bar-Charts dargestellt wird. Im Offline-Modus arbeitet das System daher mit exakten Werten, denn nach Handelsschluss stehen Open, High, Low und Close des entsprechenden Instrumentes für den Handelstag fest. Während des Handelstages ist dies jedoch nicht der Fall. Lediglich der Eröffnungskurs (Open) steht fest, die Werte für High und Low sind jedoch "Zwischenwerte". Ebenso kann der aktuelle Preis sich z. T. erheblich vom Schlusskurs am Ende des Handelstages unterscheiden.
Das Bild 1 zeigt deutlich diese Problematik. Während der dargestellte rote Bar (A) den Verlauf der Preisentwicklung des gesamtes Tages zeigt, verdeutlicht der blaue Bar (B) die Entwicklung innerhalb der ersten fünf Ticks des dargestellten Tages. Im Online-Modus muss NeuroStrategy auf diese "vorläufigen" Daten zurückgreifen. Je weniger Zeit innerhalb des Handelstages vergangen ist, desto ungenauer beschreibt der Bar die Tagesentwicklung.
Welche Auswirkungen hat dieses Phänomen nun auf die strategische Empfehlung? Stellen wir uns einen ungebrochen starken Trend bei vergleichsweise hoher Volatilität vor. Und stellen wir uns weiterhin vor, dass NeuroStrategy nun mit einem Bar wie Bar B konfrontiert wird. Die Schlussfolgerung wird höchstwahrscheinlich sein, dass der Trend sich stark abgeschwächt hat. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird NeuroStrategy in einem solchen Fall empfehlen, die Allokation in dem jeweiligen Papier stark zu verringern oder gar, die Position zu schliessen. Diese Empfehlung wäre jedoch - wie der tatsächliche Tages-Bar (A) zeigt - falsch. An ihm ist zu erkennen, dass Volatilität und Trend ungebrochen sind. Es besteht daher zumindest keine offensichtliche Veranlassung, die Position zu schliessen.
Bild 1: Der Chart zeigt einen theoretischen Verlauf der Intraday-Preisentwicklung einer Aktie. Neben dem Chart sind zwei Intraday-Bars dargestellt, wie sie in Bar-Charts verwendet werden. Der waagerechte Strich, der links zum Bar hinführt, steht für den Open (oder den Einstiegspreis). Der Bar selbst beschreibt die Schwankung innerhalb des dargestellten Zeitraums (High-Low-Spanne). Der waagerechte Strich, der rechts vom Bar wegführt, markiert den Schlusskurs (Close). Bar A beschreibt den gesamten Intraday-Verlauf, wie er im Chart dargestellt ist. Bar B hingegen beschreibt den Verlauf zwischen Tick 1 und Tick 5. Es ist leicht zu erkennen, dass sich die Bars deutlich unterscheiden.
Wann sollten Sie nun als Anwender welche Signale für Ihre Positionierung heranziehen? Im wesentlichen sind zwei Szenarien denkbar:
Wenn Ihr Handelsverhalten nicht in eines dieser Szenarien passt, sollten Sie in jedem Fall berücksichtigen, dass die Online-Signale erst nach Ablauf von etwa 2/3 des Handelstages als zuverlässig gelten können.